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Beiträge – womit Sie rechnen müssen

erstellt am: 06.03.2015 | Kategorie(n): Allgemein

Als versicherungspflichtiger Rentner müssen Sie aus Ihrer gesetzlichen Rente Beiträge für die Krankenversicherung und die Pflegeversicherung zahlen. Dies erledigt Ihr Rentenversicherungsträger für Sie.

Krankenversicherungsbeiträge werden gemeinsam getragen
Die Beitragshöhe richtet sich zum einen nach dem Betrag Ihrer Rente und zum anderen nach dem allgemeinen Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung.
Dieser beträgt einheitlich für alle Krankenkassen 15,5 Prozent.
Hiervon müssen Sie einen Eigenanteil in Höhe von rechnerisch 8,2 Prozent allein tragen, den verbleibenden Beitragsanteil von 7,3 Prozent übernimmt der Rentenversicherungsträger. Er behält Ihren Anteil jeweils bei der monatlichen Rentenzahlung ein und leitet diesen zusammen mit seinem Beitragsanteil an den Gesundheitsfonds weiter.

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Beispiel:
Walter T. erhält eine monatliche Rente in Höhe von 1000 Euro. Der aufgrund der Rente zu zahlende Krankenversicherungsbeitrag (15,5 Prozent von 1000 Euro) beträgt 155 Euro. Davon übernimmt der Rentenversicherungsträger einen Anteil in Höhe von 73 Euro, der sich folgendermaßen errechnet:
15,5 Prozent – 0,9 Prozent = 14,6 Prozent
14,6 Prozent von 1000 Euro = 146 Euro
146 Euro : 2 = 73 Euro (entspricht rechnerisch 7,3 Prozent von 1000 Euro)
Den verbleibenden Beitragsanteil in Höhe von 82 Euro (155 Euro minus 73 Euro) zahlt Walter T.; das entspricht rechnerisch 8,2 Prozent von 1000 Euro.

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Wenn Sie mehrere Renten der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten, beispielsweise eine eigene Altersrente und daneben noch eine Witwen oder Witwerrente, müssen Sie aus jeder Rente Beiträge zur Krankenversicherung zahlen.

 

Bitte beachten Sie:
Seit dem 1. Juli 2011 sind auch gesetzliche Renten aus dem Ausland beitragspflichtig. Für die Berechnung der Beiträge gilt ein verminderter allgemeiner Beitragssatz von 8,2 Prozent. Die Beiträge müssen Sie allein tragen und selbst an Ihre Krankenkasse zahlen.

Erhebt Ihre Krankenkasse einen Zusatzbeitrag, müssen Sie diesen allein und direkt an Ihre Krankenkasse zahlen. Um die Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung vor unverhältnismäßigen Belastungen zu schützen, wurde ein Sozialausgleich eingeführt. Ob Sie Anspruch darauf haben, hängt von der Höhe Ihrer beitragspflichtigen Einnahmen und des durchschnittlichen Zusatzbeitrages ab, den das Bundesgesundheitsministerium jährlich festlegt. Wie in den Vorjahren wurde der durchschnittliche Zusatzbeitrag auch für 2014 auf 0 Euro festgelegt, so dass es weiter noch keinen Sozialausgleich gibt.

Erhalten Sie als versicherungspflichtiger Rentner neben Ihrer Rente noch Versorgungsbezüge oder Arbeitseinkommen aus einer nebenberuflichen selbständigen Tätigkeit, sind auch daraus Beiträge für die Krankenversicherung zu zahlen. Zu den Versorgungsbezügen zählen unter anderem:
> Betriebsrenten aus der betrieblichen Altersversorgung,
> Witwen- oder Waisengeld an Hinterbliebene eines Beamten,
> Renten aus der Zusatzversorgung für Arbeiter und Angestellte des öffentlichen Dienstes (VBL),
> Renten und Versorgungsbezüge berufsständischer Versorgungswerke (beispielsweise für Apotheker, Anwälte),
> Renten aus der Alterssicherung der Landwirte.
Beiträge aus diesen Einkünften fallen jedoch nur an, wenn sie im Jahr 2014 insgesamt einen Mindestbetrag von monatlich 138,25 Euro übersteigen.

Bitte beachten Sie:
Die Beiträge zur Krankenversicherung aus Versorgungsbezügen und Arbeitseinkommen müssen Sie in voller Höhe allein tragen. Für die Berechnung der Beiträge gilt der allgemeine Beitragssatz von 15,5 Prozent.

Müssen Beiträge aus mehreren Einkommensarten berechnet werden, gilt eine gesetzlich festgelegte Rangfolge:
> Rente der gesetzlichen Rentenversicherung und gesetzliche Rente aus dem Ausland,
> Versorgungsbezüge,
> Arbeitseinkommen aus selbständiger Tätigkeit.
Bitte lesen Sie hierzu das Beispiel 1.
Arbeiten Sie als Rentner noch nebenbei und sind Sie aufgrund Ihrer Beschäftigung in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert, müssen Sie auch aus Ihrer Rente Beiträge zur Krankenversicherung zahlen. Ihr Arbeitsverdienst aus der Beschäftigung wird an erster Stelle für die Beitragsberechnung berücksichtigt. Die Beiträge von Ihrer Rente werden getrennt von den übrigen Einnahmen erhoben. Insgesamt müssen Sie jedoch nur Beiträge aus Ihren Einnahmen bis zur Beitragsbemessungsgrenze zahlen.

Beispiel 1:
Johann S. hat monatlich folgende Einkommen:
Rente 1700,00 EUR
Zusatzversorgung VBL 1300,00 EUR
Arbeitseinkommen aus nebenberuflicher Selbständigkeit 1100,00 EUR
zusammen 4100,00 EUR
Die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung beträgt 4050,00 Euro monatlich. Die Einkommen von Johann S. werden daher wie folgt berücksichtigt:
Rente 1700,00 EUR
Zusatzversorgung VBL 1300,00 EUR
Arbeitseinkommen aus nebenberuflicher Selbständigkeit 1050,00 EUR
zusammen 4050,00 EUR
Das die Beitragsbemessungsgrenze übersteigende Einkommen aus der Selbständigkeit (50,00 EUR) ist beitragsfrei.

 

Beispiel 2:
Johanna S. bezieht eine Regelaltersrente, erhält Versorgungsbezüge aus einer früheren Tätigkeit im öffentlichen Dienst und geht nebenbei noch arbeiten. Somit erhält sie folgende monatliche Einnahmen:
Arbeitsverdienst 1300,00 EUR
Versorgungsbezüge 400,00 EUR
insgesamt (erste Einkommensgruppe) 1700,00 EUR
Rente (zweite Einkommensgruppe)
Da Johanna S. krankenversicherungspflichtig ist und weder die Summe aus Arbeitsverdienst und Versorgungsbezügen (erste Einkommensgruppe) noch die Rente (zweite Einkommensgruppe) die monatliche Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung von 4050,00 Euro übersteigen und auch die Summe aller Einnahmen (erste plus zweite Einkommensgruppe) dies nicht tut, sind alle Einnahmen in voller Höhe beitragspflichtig.

 

Übersteigen Ihre Rente und Ihre übrigen beitragspflichtigen Ein nahmen zusammen die Beitragsbemessungsgrenze von aktuell 4050,00 Euro monatlich, zahlt Ihnen Ihre Krankenkasse die zu viel einbehaltenen Beiträge auf Antrag zurück.
Rentner oder Antragsteller
Auch wenn Sie Ihre Rente gerade erst beantragt haben und die beschriebenen Voraussetzungen erfüllen, müssen Sie bereits Beiträge zur Krankenversicherung zahlen. Die Beiträge müssen Sie als Rentenantragsteller bis zur Bescheiderteilung zunächst allein zahlen.
Wird Ihre Rente bewilligt, werden Ihnen diese Beiträge gegebenenfalls von der Krankenkasse erstattet oder mit künftigen Beitragsforderungen verrechnet. Das gilt jedoch frühestens ab Rentenbeginn.
Beitragszahlungen für die Zeit vor Ihrem tatsächlichen Rentenbeginn werden Ihnen nicht erstattet. Das Gleiche gilt, wenn Sie Ihren Rentenantrag zurücknehmen oder dieser vom Rentenversicherungsträger abgelehnt wird.
In welcher Höhe und nach welchem Beitragssatz Beiträge für Sie als Rentenantragsteller erhoben werden, ist von der Art Ihres beitragspflichtigen Einkommens abhängig. Grundsätzlich werden alle Ihre Einkünfte bei der Beitragsbemessung berücksichtigt. Dazu zählen sowohl Versorgungsbezüge und Einkommen aus nebenberuflichen selbständigen Tätigkeiten als auch Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung.
Zugrunde gelegt wird jedoch mindestens ein gesetzlich festgelegtes Einkommen – selbst dann, wenn Ihre tatsächlichen Einkünfte darunter liegen.
Das Mindesteinkommen beträgt im Jahr 2014 monatlich 921,60 Euro.

Unser Tipp:
Die meisten Versicherten sind zum Zeitpunkt der Rentenantragstellung noch beschäftigt oder anderweitig (zum Beispiel als Arbeitslose) krankenversichert. Ihre noch bestehende Krankenversicherung hat Vorrang vor der Mitgliedschaft als Rentenantragsteller.

Für bestimmte Einkommensarten gilt ein ermäßigter Beitragssatz, wenn kein Anspruch auf Krankengeld besteht. Renten und Versorgungsbezüge zählen nicht dazu.

 

Pflegeversicherungsbeiträge müssen Sie allein tragen
Sind Sie als Rentner krankenversicherungspflichtig, besteht in der Regel gleichzeitig Versicherungspflicht in der Pflegeversicherung. Somit müssen Sie neben den Beiträgen zur Krankenversicherung aus Ihrer Rente auch Beiträge zur Pflegeversicherung zahlen. Diese werden zusammen mit dem Krankenversicherungsbeitrag vom Rentenversicherungsträger einbehalten und an die Pflegeversicherung abgeführt.
Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung der Rentner beträgt seit dem 1. Januar 2013 2,05 Prozent. Die Beiträge müssen Sie als Rentner in voller Höhe allein tragen. Auch als freiwillig oder privat krankenversicherter Rentner müssen Sie die Beiträge zur Pflegeversicherung selbst einzahlen. Beihilfeberechtigte Personen (zum Beispiel Beamte) zahlen nur den halben Beitragssatz von 1,025 Prozent.
Kinderlose Rentner, die nach dem 31. Dezember 1939 geboren sind und das 23. Lebensjahr bereits vollendet haben, zahlen außerdem einen Beitragszuschlag von 0,25 Prozent. Für sie beträgt der Beitragssatz somit 2,3 Prozent oder bei bestehender Beihilfeberechtigung 1,275 Prozent. Als Kinder zählen leibliche, Adoptiv-, Stief- oder Pflegekinder.

Bitte beachten Sie:
Sollte bei Ihrer Rente noch nicht berücksichtigt worden sein, dass Sie Kinder haben, empfehlen wir Ihnen, umgehend entsprechende Nachweise bei Ihrem Rentenversicherungsträger vorzulegen. Der Zeitpunkt des Nachweiseingangs beim Rentenversicherungsträger ist für den Beginn der Zuschlagsbefreiung wichtig.

 

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